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Frauen und Kinder haben ein Recht auf ein gewaltfreies Leben!


Ob in der Arbeitsstelle, im öffentlichen Raum, innerhalb einer Partnerschaft oder im eigenen zu Hause ist Gewalt an Frauen noch immer ein alltägliches Problem - auch in Österreich. Bei häuslicher Gewalt sind Kinder immer mitbetroffen, entweder direkt indem sie selbst Misshandlungen ausgesetzt sind, oder indirekt weil sie die Gewalt, die ihre Mutter erleiden muss, hautnah miterleben.

Trotz zahlreicher Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten, ist Gewalt an Frauen und Kindern noch immer tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Das muss sich ändern!

WAS UND WANN?

Die Kampagne GewaltFREI LEBEN, die mit Ende 2015 ausgelaufen ist, hat zahlreiche Projekte verwirklicht, die für das Thema Gewalt an Frauen und Kindern sensibilisiert haben und wertvolle Präventionsarbeit geleistet hat. Zusätzlich hat sie Handlungsspielräume aufgezeigt und die Frauenhelpline gegen Gewalt (0800 222 555 - anonym, kostenlos, rund um die Uhr) noch bekannter gemacht. Erfreulicherweise kann die Kampagne, durch eine kleine finanzielle Unterstützung des Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, für ein weiteres Jahr fortgesetzt werden. In diesem Jahr 2016/2017 soll zusätzlich zur bestehenden Kampagne ein Fokus auf Frauen mit Behinderungen, ältere Frauen und aus aktuellem Anlass, Migrantinnen, gesetzt werden.

Die Kampagne baut auf 3 Säulen auf:

WER UND WO?

Im Zentrum von GewaltFREI LEBEN steht die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern der Kampagne in ganz Österreich. Mit unserer tatkräftigen Unterstützung können Sie in Ihrer Einrichtung, Institution, Ihrem Unternehmen oder Verein zahlreiche Aktivitäten umsetzen - den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern!

Warum ein aufgebrochener Käfig als Kampagnen-Sujet?

Der aufgebrochene Vogelkäfig symbolisiert die Möglichkeit, sich aus einer Gewaltbeziehung befreien zu können.

Das Sujet soll allen Betroffenen Mut machen. Es soll sie stärken, sich aus Gewaltkontexten und Gewaltbeziehungen zu befreien und die Gitterstäbe zu durchbrechen. Und es soll aufzeigen, dass es dafür Hilfe und Unterstützung bei der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555 und vielen weiteren Gewaltschutzeinrichtungen gibt.

Gleichzeitig lässt der aufgebrochene Käfig erahnen, mit wie viel Kraft und Anstrengung ein Entrinnen verbunden ist. Das Sujet soll vermitteln, wie ausweglos sich die Situation für Frauen und Kinder, die Gewalt erleben müssen, oftmals anfühlt, wie gefangen sie sich fühlen.


Je länger jemand Gewalthandlungen ausgesetzt ist und je schwerer diese sind, desto schwieriger ist der Weg aus der Gewaltbeziehung. Gewalterfahrungen können zu Mut- und Hoffnungslosigkeit bis hin zu Ohnmacht führen. Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, fühlen sich oft einsam, allein und verlassen. Für besonders gefährdete Frauen, die viele Jahre in Gewaltbeziehungen leben, oder die in die Isolation gezwungen werden, kann ein Entkommen fast unmöglich erscheinen.

Angst vor weiterer Gewalt oder Drohungen des gewalttätigen Partners, wie zum Beispiel dass sie bei einer Trennung ihre Kinder verlieren wird, hindern manche Frauen aus der Gewaltbeziehung auszubrechen. Auch ökonomische Abhängigkeit – kein oder ein geringes Einkommen oder kein Zugriff auf das gemeinsame Vermögen – können eine Rolle spielen. Frauen, die alle diese Hürden überwinden und sich trennen, sind leider besonders gefährdet, schwere Gewalt durch den Ex-Partner zu erfahren, manche riskieren sogar ihr Leben.

Das Kampagnen-Sujet soll symbolisieren, wie schwierig es ist, aus einer Gewaltbeziehung auszusteigen. Die Betroffenen müssen nicht nur die Gewalthandlungen ihres Partners überstehen, sondern sich auch seinem psychischen Druck widersetzen und ein neues Leben für sich aufbauen.

Gitterstäbe werden nicht beim ersten Versuch zu durchbrechen sein, bei manchen wird es zwei, drei und mehr Versuche brauchen. Die Kraft dafür kann und darf nicht nur von den Frauen kommen, die Gewalt erleben. Wir alle können helfen, die Gitterstäbe zu durchbrechen, indem wir nicht wegschauen.